Behinderung der Angler durch Stellnetzfischerei vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns

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Wer gelegentlich an die Küste Mecklenburg-Vorpommerns fährt, um Meerforellen oder Dorsch zu überlisten, kennt die Thematik. Man kommt an einen guten Strand, sieht aber schon von weitem die dicht unter Land gestellten Netze. Ein Angeln ist unmöglich, da man ja auch noch einen Mindestabstand einhalten muss. An der 2. Stelle die gleiche Situation. Langssam gehen einem die Stellen aus, da der Wind andere Stellen 'sperrt'. Im Herbst kommt der Dorsch auch am Tage dicht unter Land. Wieder sieht man das Meer vor lauter Stellnetzen nicht.

Das dieses Problem nicht neu ist, zeigte sich in einigen Diskussionen im Internet und auch Gespräche mit Anglern haben dies bestätigt.

Diese Erfahrung durfte ich im Herbst 2010 und März 2011 auf Rügen machen. Mitte März war die komplette Tromper Wiek dicht gestellt. Selbst mitten in den Buhnen vor Dranske winkten einem die Fähnchen entgegen.

Illegal ist es nicht, was die Fischer treiben. Aber ärgerlich ist es schon. Ich habe Angler aus Holland, Luxemburg, Süddeutschland usw. gesehen. Sie fuhren hunderte Kilometer, mieteten sich in Hotels und Pensionen ein, fuhren in Angelgerätegeschäfte für Informationen und ein paar 'Kleinigkeiten', um dann an der Ausübung ihres Hobbys gehindert zu werden. Egal mit wem man sprach, Unmut und Hilflosigkeit machten sich breit. Die Situation ist wohl seit Jahren bekannt, allein eine für Angler und Fischer befriedigende Regelung gibt es nicht. Zweitens gibt es noch einen Punkt, der die Angler erzürnt. Die ganze Arbeit mit dem Besatz der Wandersalmoniden wird durch die Angler und das Land MV geleistet. Der Beitrag der Fischer liegt in der Fischereiabgabe und einem Preis von 2 Cent pro Meter Stellnetz. Für 100 Meter Stellnetz zahlt der Fischer 2 Euro.

Das will ich ändern. Ich suche Mitstreiter, mit denen ich zusammen eine erfolgreiche Strategie ausarbeiten und diese dann gezielt umsetzen kann. Es gibt gute Beispiele und Argumente aus Projekten in Dänemark und Schweden, wo sich daraus eine Gewinnersituation für beide Seiten entwickelt hat. Stichworte sind hier Mörrum und Fünen.

Was sollten wir machen:

  1. Recherche der bisherigen Aktionen, um diese auszuwerten.
  2. Welche Einflußmöglichkeiten haben die Angler?
  3. Welche Alternativen haben die Fischer und wie kann man sie in diese Richtung bringen?
  4. Konkrete Vorschläge für gesetzliche Regelungen auf der Grundlage bestehender Regelungen aus anderen Ländern erarbeiten
  5. Partner in Politik und Verbänden suchen
  6. Aktionen planen und durchführen (Unterschriftenaktion, vielleicht auch ein Boykott)

Ziel ist es nicht, die Fischerei zu verbieten. Aber ein vernünftiges Miteinander ist nur so möglich.