blog Angeln am Furen bei Härlöv

Eigentlich wollten wir ja in diesem September 10 Tage an einem See verbringen. Da sich aber kein Vermieter darauf einließ, wurden aus 10 also 14 Tage und nach der Nömmenwoche fuhren wir also schon einmal 85km in Richtung Deutschland zum Furen bei Härlöv. Es gibt noch einen Furen östlich des Flåren. Beides sind Gewässer mit einem ausgezeichneten Zanderbestand.

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Wir trafen dann mit 6 Mann in Härlöv zeitverzögert ein. Vermieter Lars empfing uns, gab eine Einweisung ins Haus und den See und stellte unsere Angelkarten aus. Das Haus ist riesig. Im Obergeschoß befinden sich 3 Schlafzimmer. 2 Familien mit Kindern sollten auf dem Riesengrundstück prächtig Urlaub machen können. Für uns 6 Angler war es auch ausreichend. Mehr sollten aber nicht im Haus einziehen. Unten gibt es ein Bad und oben noch eine zusätzlich Toilette. Im Keller befindet sich noch eine Sauna, die wir aber leider nicht genutzt haben. Vor dem Haus gibt es noch eine große Terasse, die wir aber aufgrund des Wetters nicht wirklich nutzen konnten. Auf dem Grundstück befindet sich noch ein kleineres Ferienhaus, wo ich sagen würde, dass man sich nicht ins Gehege kommt. Am Wasser steht ein größeres Haus, wo man seine Angelsachen ablegen kann. Hier sind auch die Fahrräder abgestellt.

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Wir bezogen schon einmal unsere Zimmer, bauten die Boote auf und ab ging es zur ersten Erkundungsfahrt. Es gibt leider keine offizielle Tiefenkarte. Der See sieht aus wie ein verbogener Propeller. 3 Flügel, von denen die obersten nach unten gedrückt wurden. Die Durchschnittstiefe wurde mit 2,5 Metern angegeben, was uns etwas skeptisch an die Sache rangehen ließ. Der Südflügel geht ganz seicht von 1,5m Wassertiefe zum Treffpunkt aller Flügel auf 4m runter. Am südlichen Ende befindet sich teilweise wie ein Rücken im Wasser. Große Steine ragen bis fast an die Wasseroberfläche. Es ist also äußerste Vorsicht geboten. Am Rand sind Schilf und Seerosenfelder. Wo sich die 3 Seeteile treffen, liegt die Durchschnittstiefe bei etwas über 4m. An der linken Spitze geht es auf 7m und 2 Buchten weiter südlich sind es 5m. Das sind die Hotspots, die man mit Erfolg am Tage beangeln kann.

Unsere erste Ausfahrt endete wenigstens mit einem maßigen Zander (43cm – Schonmaß sind 40cm für Hecht und Zander) auf einen silber-gelben Bomber. Der Beweis für die Existenz von Zandern war erbracht und wir hatten ja noch 6 Tage Zeit. Am Sonntag lief es schon besser. Neben einem 65er Hecht konnte ich einen 60er Zander auf weißem Kopyto erbeuten. Törtelgrüne Kaulis brachten mehrere kleine Zander und einen 65er Aussteiger. Es gab Zander und sie bissen gut, wenn auch nicht bei allen.

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Am Dienstag unternahm Stephan eine Guiding-Tour mit Christian, um ihm das Faulenzen näher zu bringen. Ergebnis waren ein 73er Zander und ein strahlendes Gesicht.

Nömmenzander 73cm

Riko konnte noch einen 88er Hecht mit einem grünen Gummifisch überlisten. Leider machten uns am Mittwoch und Donnerstag Sturm und Gewitter das Leben etwas schwer. Trotzdem wurde aber gefangen.

Nömmenzander 72cm

Freitag war dann der letzte Tag und Stephan und Christian wollten es noch einmal wissen. Das Wetter war klar, aber windig aus Nordwest. Über die Mittagszeit wurden ein 60er und ein 72er Zander gefangen. Dazu kamen etliche Bisse und einige kleinere Zander. Da mußte am Abend vor der Abreise natürlich noch einmal rausgefahren werden. Beide hatten wohl noch den Zander Ihres Lebens an der Angel. Zeugen im Nachbarboot konnten das bestätigen. Sie wurden aber trotzdem noch mit einem 60er Zander belohnt, den es dann als Abschluss dieser erfolgreichen Angelwoche aus der Pfanne gab.

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Fazit: Der Furen bei Härlöv ist ein ausgezeichnetes Zandergewässer. Der Besatz der letzten 10 Jahre trägt seine Früchte. 5 Zander über 60cm sprechen wohl dafür. Wir haben wenige aktive Angler getroffen. Nur ein Schwede angelte mit Gummifisch. Alle anderen schleppten sich im wahrsten Sinne des Wortes über den tiefen Teil des Sees. Das Angeln mit Gummifisch ist sehr erfolgreich. Allerdings sollte man auch ein wenig wechseln und nicht immer die gleichen Köder durch das Wasser ziehen. Die Hechte waren nicht am Rand zwischen den Seerosen zu finden. Sie standen meist im See an den Kanten. Das auch enorm große Hechte vorhanden sein müssen, sahen wir an den Bissspuren auf den 65er Hechten. Aber die sind wohl besser im Mai/Juni oder Oktober und später zu fangen. Barsche fingen wir eigentlich keine nennenswerten, wobei der Bestand allerdings gut aber vielleicht verbuttet ist.

Nömmenzander 60cm

Wir haben auch versucht auf Aal zu angeln. Allerdings ging das vor dem Haus in Härlöv meist mit dem Verlust von Haken und Blei ab, da viele Steine und wohl auch Äste in dem ca. 1,5m tiefen Wasser liegen. Vom Boot aus haben wir es aufgrund des Wetters nicht probiert. Außerdem hingen laufend Brassen so um die 25-30cm am Haken. Aale müssen aber drin sein, sonst würde der Schwede wohl kaum seine Leinen legen. Aufgrund des Sturms war es auch nicht einfach vom Ufer aus zu angeln. Es gibt genug Kleinfisch (Plötzen, Brassen) im See. Dies konnten wir am letzten Abend bei absolut ruhigem See sehr gut sehen.

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Das Gute am Furen ist, dass er auch bei schwierigen Angelbedingungen, wie wir sie mit dem Sturm hatten, beangelt werden kann. Als Angelgewässer ist der See zu empfehlen, wobei äußerste Vorsicht bei der Annäherung ans Ufer aufgrund der Felsen geboten ist.