blog Angeln am Nömmen

Es war nun endlich so weit. Der Sommer 2011 in Deutschland ging zu Ende, obwohl es ihn nicht wirklich gab. Da blieb die Hoffnung auf einen wunderschönen Spätsommer in Schweden. 2 Wochen Urlaub auf den Seen Smålands. Und der Wetterbericht versprach dies wirklich. Keine schwedische Sonne, die in Form von Regentropfen an das Fenster klopfte, sondern richtige Sonne. In der zweiten Woche sogar bis 25 Grad. Aber was interessiert einen Wetterfrosch sein Gequake von gestern. Und was interessiert einen Schwedenurlauber der Wetterbericht, wenn sein Sonnenschutz in Form von Regenbekleidung zur Standardausrüstung gehört. 

Sonne und Regenbekleidung

Die erste Station war der Nömmen südlich von Eksjö und nordwestlich von Vetlanda. Wir hatten uns wieder bei Happy Holidays eingemietet. Die Übernahme/Übergabe klappte reibungslos. Anja und Jürgen hatten uns auch schon die Angelkarten besorgt, die am Nömmen mit 300 SEK für die Woche für schwedische Verhältnisse nicht gerade günstig sind. Da das Geld aber gut in Besatz investiert wird, geht das in Ordnung. Ein schönes, kleines Haus mit breiter Fensterfront, 2 Schlafzimmern und einem Wintergarten, den wir für unser Angelzeug nutzten. Im Nachhinein würde ich das Haus nicht als Anglerhaus bezeichnen, da mir etwas fehlte, wo ich mich vor dem Wohnbereich umziehen konnte. Die Veranda ist auch sehr klein, offen und in Hauptwindrichtung. Was da bei mehr Wind und Regen passiert, könnt Ihr Euch selbst denken. Das Haus ist perfekt für 2 Angler, ein Pärchen oder eine Kleinfamilie mit nicht zu kleinen Kindern (direkt am Wasser !) geeignet. Zum Haus gehört ein Ruderboot, welches auch stärkeren Winden auf dem Nömmen trotzt. Der feste Teil des Stegs geht in einen schwimmenden Teil über, der bei Wellen überflutet wird und recht glatt werden kann. Aber das ist kein Problem, wenn man sich entsprechend vorsieht.

Sonne und Regenbekleidung

Nachdem der Kram im Haus eingeräumt war, wurde das Porta Boot aufgebaut und die erste Erkundungstour stand an. Ich hatte mir im Internet schon eine Tiefenkarte herausgesucht und ausgedruckt. Und so fuhren wir eine kleine Runde (ca. halber See) um die Inseln Svalö, St. Kalvö, L. Kalvö und Högö herum, um uns ein eigenes Bild zu machen. Der See ist ja recht groß und stark strukturiert, was das Auffinden der Fische nicht gerade einfach macht. Die Schleppangel war zwar aktiv, aber auf der Erkundungstour passierte erst einmal nichts. Später senkte ich mir ein paar kleine Barsche und angelte vom Steg. Die brachte im Laufe des Abends noch einen 55'er Hecht zum Abendbrot und 2 untermaßige (Schonmaß Hecht und Zander jeweils 45cm) Zander.

Sonne und Regenbekleidung

Am 2. Tag gingen wir auf Schlepptour, die aber nicht von Erfolg gekrönt war. Da ich am Vortag am Ufer Kleinfisch mit Großfischbewegung gesehen hatte, versuchten wir es mit Spinner auf Hecht. Das brachte dann innerhalb einer Stunde 4 Hechte, von denen der größte max. 60 cm war. Aber es machte Spaß, Meister Esox aus dem Gehölz zu locken. Am Nachmittag kam dann Stephan nach und nach einer kleinen Verschnaufpause und dem Anbau des mitgebrachten Motors an das Ruderboot, gingen wir erneut auf Schlepptour. Nach weniger als 200m hatte Stephan seinen ersten Zander am Chubby Deep von Illex verhaftet. Mir gelang auch noch der Fang eines maßigen Zanders.

Sonne und Regenbekleidung

Am Montag fing der Tag eigentlich wettertechnisch gut an und wir stellten uns auf kleinere Schauer ein. Ergebnis waren untermaßige Zander beim Schleppen und 3 durchweichte Angler. Ganz nebenbei verlor ich in Richtung Ost-Nord-Ost von Högö über 15m tiefem Wasser meinen Rapala Husky Deep in Firetiger. Was für mich zuerst wie ein Hammerbiss rüberkam, entpuppte sich wohl als versenkter Baum oder Reste einer Fischzucht. Also nicht wundern, wenn Ihr mal im Freiwasser festhängt. Auch an anderen Stellen wurden durch die Angelgerätehersteller Bäume versenkt. (Kleiner Scherz)

Sonne und Regenbekleidung

Dienstags fuhren Steffen und Stephan dann zum Einkaufen und besuchten auch einen guten Angelgerätehändler. Der gab den Tipp, die tiefen Löcher 9m fast vor der Haustür und 12m östlich von St. Kalvö mit Köderfisch zu beangeln. Masse macht man beim Jiggen und Schleppen und Klasse kommt beim Köderfischangeln. Allerdings setzt sich der Schwede nicht mit 2 Angeln hin. Da dürfen es gern mal 8 Angeln sein und sie angeln von der Dämmerung in die Nacht hinein. Was ich gesehen habe, waren die Köderfische so um die 10cm lang. Unsere Barsche waren so um die 4cm lang, Ukelei war nicht einfach zu bekommen und die Plötzen hatten Pfannengardemaß ü20. Versucht habe ich es trotzdem, aber mit einem Anker und fast ständig recht böigem und starkem Wind macht das wenig Sinn. Im nächsten Jahr werde ich wohl besser vorbereitet sein.


Die nächsten Tage verliefen aber trotzdem erfolgreich. Steffen und Stephan hatten noch eine Traumstunde beim Faulenzen mit 7 Zandern und 1,5 Hechten. 1,5 weil sich die schöne Hechtdame nicht ganz fangen lassen wollte. Kultfarbe waren törtelgrüne Juniorkaulis vom Zanderexperten Jörg Strehlow.

Sonne und Regenbekleidung

Es gingen immer wieder Zander beim Schleppen ans Band. Nur ein Hecht verirrte sich beim Schleppen an die Angel. Insgesamt waren es wohl über 30 Zander, die wir haken konnten. So kam trotz der geringen Größe auch keine Langeweile auf und wir konnten eine Menge ausprobieren.


Fazit: Der Nömmen ist eine Angelreise wert, auch wenn von schwedischer Ruhe und Abgeschiedenheit an den Wochenenden keine Rede sein kann. Ich habe noch keinen schwedischen See mit so vielen Ferienhäusern in so einer Dichte drum herum gesehen. Der Bestand an Zandern muss aber enorm sein. Was da an Nachwuchs rumschwimmt, wird in den nächsten Jahren viel Freude bereiten. Beim Schleppen waren tieflaufende Modelle in firetiger oder rot-weiß über 6 bis 10m tiefem Wasser erfolgreich. Gummifischtechnisch waren die Kaulis nicht zu toppen. Hechte konnte man jederzeit am Ufer mit Holz oder größeren Kanten verhaften. Der kupferfarbene Effzet-Spinner funktionierte dabei auch gut. Beim Jiggen knallten sie auch immer wieder rein. Barsche gingen gut auf den Deep Chubby besonders zwischen dem 'Festland' und der Insel Svalö im Süden. Allerdings war kein Barsch über 35cm dabei. Aber das kann ja auch an der Jahreszeit gelegen haben. Das Wasser hatte so um die 17,5 Grad und da kommt die beste Zeit für große Fische erst noch.

Auch der Friedfischangler kann hier seinen Spaß haben. An einem recht stürmischen und regnerischen Tag habe ich mit der auf Grund ( 3m Wassertiefe) gelegten Angel mit kleinem Haken und 2 Mistmaden drauf 2 odentliche Brassen (Blei) so um die 50cm und etliche Plötzen (Rotaugen) ü20 erwischt. Ein Brassen war wohl noch einiges größer und ich zu unvorsichtig. Das dünne Vorfach hielt leider nicht. Feederangeln muss absolut erfolgreich sein.

Sonne und Regenbekleidung

Trotz der Größe des Sees ist Angeln auch bei Starkwinden fast immer möglich. Vorsicht ist gerade bei der Annäherung an das Ufer geboten, da sich immer ein großer Stein unter der Wasseroberfäche verstecken kann. Die erfolgversprechendsten Stellen im Südteil des Sees sind das 9m-Loch im südlichen Teil südwestlich von Svalö, das 12m Loch mit nordwestlich angrenzender Kante östlich von St Kalvö und der Bereich zwischen L. Kalvö und Högö.


Die Woche ging wie immer viel zu schnell zu Ende, war aber trotz des teilweise miesen Wetters im Häuschen mit Fußbodenheizung gut zu überstehen.