blog Hechtangeln auf dem Schaalsee bei Zarrentin

Lange war der Termin abgesprochen. Am 14.05.2011 sollte es zum Hechtangeln auf den Schaalsee bei Zarrentin gehen. Christian wohnt in der Nähe und ist in der glücklichen Lage, eine Bootsgenehmigung für den Schaalsee zu besitzen. Der Schaalsee gehört nämlich zu einem Biosphärenreservat und das Angeln ist nur mit entsprechenden Einschränkungen erlaubt. So gibt es viele Schutzzonen, die mit gelben Tonnen (Befahrungsverbot) markiert sind. Ebenso darf man sich nicht nachts mit dem Boot auf dem Schaalsee aufhalten. Ein Boot ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Angelei auf dem See, der stark strukturiert ist und mit über 70 Metern Wassertiefe, der tiefste See Norddeutschlands ist. Der Fischer vermietet übrigens auch Boote. 

Zuerst ging es zum für den Zarrentiner Seeteil  zuständigen Fischer (Amtsstraße 41, 19246 Zarrentin), eine Angelkarte erwerben. Die Tageskarte Raubfisch kostet 11€ und mit Schleppgenehmigung 16€. Wir nahmen die Angelkarte mit Schleppgenehmigung und es sollte sich auszahlen.

Nachdem der Angelkram der 3 Mann ('Guide' Christian, Stephan und ich), im Boot verstaut war, ging es los und wir schleppten die Kante in Richtung Durchfahrt zum Kirchensee ab, um kurz dahinter unser Glück beim Werfen zu probieren. Beides brachte nichts und wir beschlossen auf die Ostseite zu fahren. Nach 1,5 Stunden kam dann der erste Biss. Ein 67'er Hecht hatte sich Stephans rot-weißen Bull Dawg geschnappt. Schneider waren wir schon nicht mehr. Kurze Zeit später griff sich ein 89'er Hecht Christians orangen Bull Dawg. Auch der war schnell verarztet. Wir fuhren dann an die kleine Insel bei Zarrentin und versuchten es mit Blinkern, Spinnern, Gummi und Wobblern. Da die Stelle eigentlich immer für ein paar Hechte gut ist, wunderte sich Christian etwas. Eine Woche vorher hatte er hier noch 102 Zentimeter Hecht an Land gezogen. Heute ging aber erst einmal nichts. Wir wollten dann weiter zum Schilfgürtel, da wir uns sicher waren, daß dort noch Hechte im flachen Wasser standen. Mit dem Spruch 'Der Köder muß im Wasser sein.' warf Christian sein kleines Hechtimitat von Storm hinter sich und wollte Kurs auf die Schilfkante nehmen, als die Rute auch schon wieder krumm war. Der nächste Hecht von ca. 65 Zentimeter wurde gelandet.  

Wir fuhren dann einmal rum um die Insel. Der Plan vor der Schilfkante zu angeln, war erst einmal gestorben. Wir ließen uns dann von Süden die Kante an der Insel lang treiben, um ein wenig zu werfen. Gleich der erste Wurf brachte Christian den nächsten 65'er Hecht. Ich warf auch fleißig und fing nix außer Kraut. Stephan warf direkt an die gleiche Stelle und verhaftete einen kleinen Hecht. Und kurze Zeit später war der nächste Untermaßige am Band. Wir beschlossen dann, im Kirchensee weiter zu angeln. Der Kirchensee war wohl mal eine Bucht der Schaalsees, die mit einem Damm abgetrennt wurde. Über eine schmale Durchfahrt führt eine hohe Brücke. Auf der Fahrt über den See, zogen Christian und Stephan wieder ihre Bull Dawgs hinter sich her. Ich ließ einfach die kleine Hechtimitation an der Rute. Über ca. 40 Meter tiefem Wasser war meine Rute plötzlich krumm. Auch hier war das Standardmaß mit ca. 65 Zentimeter Hecht am Band. Das hätte ich ehrlich gesagt zu dieser Jahreszeit noch nicht erwartet.

Der Kirchensee ist ein recht kleiner See mit ca. 500 Metern Länge und so 8 Metern Tiefen. Auf der einen Seite ist ein dichter Schilfgürtel (Befahrungsverbot) und auf der anderen Wald. Wir schleppten einmal über den See, warfen am Ende in der Schilfbucht und schleppten an der Waldkante zurück. Das Ergebnis war ein kleiner untermaßiger Hecht und einsetzender Regen mit ordentlich Windböen. 

Wir fuhren dann wieder auf den Schaalsee und wollten die erfolgreiche Ostseite erneut abfischen. Allerdings kamen uns Regen und Sturmböen dazwischen. Der Elektromotor schaffte es kaum, das Boot gegen den Wind vorwärts zu bewegen. Wir fuhren also zurück in Richtung Zarrentin. Und das war auch gut so, da eine große Gewitterfront sich den vorherigen kräftigen Schauern anschloß und wir das Angeln aus Sicherheitgründen abbrachen.

Als Fazit kann man sagen, daß der Schaalsee ein hervorragendes Hechtgewässer ist. Wir fingen 8 Hechte in gut 5 Stunden. Am Anfang der Woche war wohl ein Testteam eines Geräteherstellers am See, die über 150 Hechte in 3 Tagen fingen. Lt. Fischer allerdings keiner größer als 75 Zentimeter. Die haben dann wohl eher die Flachwasserzonen beharkt. Auch große Barsche sind vorhanden, werden aber mehr im Herbst gefangen. Aalangeln ist ebenfalls erfolgreich, allerdings aufgrund des Nachtfahrverbotes für Boote eingeschränkt, da es nicht so viele Plätze zum Angeln von Land gibt. Auch die Weißfischfans können auf ihre Kosten kommen. Beim Vereinsanangeln ging der erste Platz mit über 14kg an den Friedfischexperten. Spezies beangeln auch die Große Maräne. Insgesamt ein hervorragendes Gewässer und wenn nichts beißt, bleibt immer noch die wunderschöne Natur.