blog Pangasius - ein Popstar gerät in Verruf

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40.000 Tonnen wurden im letzten Jahr von den Deutschen verspeist. Er wird also massenweise zu einem sehr günstigen Preis verkauft. Die ARD berichtete in ihrem Bericht 'Die Pangasius-Lüge' am 09.03.2011 über die Hintergründe der Produktion. Die Methoden sind durch den massenhaften Einsatz von Chemie sehr fragwürdig. Wer den Bericht verpasst hat, kann ja mal in der ARD-Mediathek recherchieren.

Jahrelang wurde er als leicht zu produzierender Fisch als Alternative zu den meist überfischten Meeresfischen angepriesen. Hinterfragt man die Produktion, was man bei viel und billig immer mal tun sollte, kommen die Details an das Licht, die vorher erfolgreich verdrängt wurden. Der Einsatz von Chemikalien zum Gewichtmachen oder -halten. Der massenhafte Einsatz von Antibiotika wie bei Massentierhaltung üblich. Der Preis, den Verbraucher und Umwelt zahlen, ist also weit höher, als der an der Fischtheke. Die Folgen für die eigene Gesundheit können wiederum nur orakelt werden. 

Licht am Ende des Tunnels ist aber zu sehen. Auch hier existieren schon Fischfarmen, die sich der ökologischen Fischzucht verschrieben haben. Der Preis für die Endprodukte ist entsprechend höher.

Was können Sie als die Verbraucher tun?

  • Erstens muß sich der Verbraucher (also Sie) informieren. Das fällt in den Zeiten des Internet nicht besonders schwer. Hier zwei Links auf 2 Übersichten bei  Greenpeace und dem WWF (in der Publikationsdatenbank nach Fischratgeber suchen), die Ihnen sagen, was Sie bedenkenlos konsumieren können. 
  • Zweitens sollten Sie, wenn Sie können und wollen, auf solche Produkte verzichten. Wenn etwas nicht nachgefragt wird, wird es auch nicht produziert. 
  • Drittens sollten Sie Ihre Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung wahrnehmen. Druck auf die Politik ist wichtig. Es geht um Ihre Gesundheit. 
  • Viertens sollten Sie nach Altenativen in Ihrer Umgebung suchen. Der lokale Fischer vor Ort kann immer noch das frischeste und gesündeste Produkt anbieten. Und ganz nebenbei erhalten und schaffen Sie regionale Arbeitplätze.
  • Fünftens setzten sich in letzter Zeit nur noch Modeprodukte durch. Fordern Sie Ihren regionalen Produzenten oder Händler auch mal dazu auf, wieder Plötze und Blei in die Theke zu legen. Bratplötzen frisch aus Pfanne oder sauer eingelegt oder geräucherter Blei sind auch eine Delikatesse. Wann haben Sie Ihre letzte Fischboulette gegessen?

Übrigens sieht die Produktion von Garnelen in Farmen in Südostasien nicht anders aus.

In Berlin wurden im Jahr 2008 rund 100.000€ an die lokalen Fischer für die Entsorgung von Blei und Güster aufgewendet. Für mich gehört dieses Geld in die Forschung und Entwicklung zur Verwertung dieser Fische gesteckt. 

Jetzt sind Sie als Verbraucher am Zug.